Noch sind Alpakas eine Seltenheit, und hier im Südschwarzwald besonders rar. Dabei sind sie nicht nur sehr anpassungsfähig, sondern eignen sich richtig gut für unsere Region. Ihre verschiedenen Einsatzmöglichkeiten machen sie zu einer interessanten Alternative:

 

Als Lieferant für Edelwolle in reinen Naturfarben. Regional und fair.
Warum wir das so besonders finden? Die meisten Garne und Textilien werden mit Farbstoffen behandelt, um eine klare und dauerhafte Färbung zu erreichen. Diese Farbstoffe sind oft Umwelt- und Gesundheitsschädlich. Besonders schwarze Wolle oder schwarzes Textil ist ohne stark schädliche Zusätze kaum herstellbar. Deshalb wird gerade der Färbeprozess von Textilien gerne in ärmere Länder mit lockeren Umweltauflagen verlagert. Alpakas gibt es in vielen wunderschönen Naturfarben, darunter auch das klare Schwarz genannt ‚true black‘ oder ‚jet black‘. Alpaka Wolle ist dauerhaft Farbecht und garantiert Umwelt- und Gesundheitsfreundlich. Dazu extrem weich, nicht kratzend, Geruchsneutral, klimaregulierend und Allergikergeeignet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Landschaftspfleger
Alpakas sind Lebenskünstler aus karger Umgebung, perfekt angepasst an Höhenlage und steiles Gelände. Mit ihren weichen Schwielensohlen verletzen sie die Grasnarbe nicht. Durch ihr geringes Gewicht (gegenüber Kühen oder Pferden) eignen sie sich auch für die oft steilen und weichen Berghänge in den Süddeutschen Höhenlagen. Dort können sie als Landschafts- pfleger die Flächen beweiden, die für Kühe und Pferde ungeeignet sind. Die Grasnarbe wird durch eine Beweidung mit Alpakas besonders schonend abgefressen: während Schafe und Ziegen das Gras ‚rupfen‘, beissen Alpakas die Halme ab. Das Ergebnis ähnelt eher dem der Klinge eines Rasenmähers.

Die klassische Landwirtschaft zeigt gerade in den schwieriger zu bewirtschaftenden Höhenlagen einen starken Rückgang. Sie ist häufig einfach nicht rentabel. Trotzdem soll die Kulturlandschaft erhalten bleiben. Die Zucht und Haltung von Alpakas als Landschaftspflegern und Edelwolltieren bietet hier eine regional angepasste Möglichkeit mit wirtschaftlichem Potenzial. Deshalb möchten wir zusammen mit anderen Alpakahaltern aus der Region ein Netzwerk aufbauen, das die Verarbeitung und Vermarktung von Alpakawolle im Südschwarzwald einfacher und wirtschaftlicher macht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kann man die auch essen?
In Peru werden Alpakas, wenn die Faserqualität etwa im Alter von 8-10 Jahren nachlässt, teilweise auch gegessen. Das Fleisch (auch bei alten Tieren!) ist mager und sehr lecker. Ausserhalb Südamerikas kommt die Schlachtung vermutlich nur bei einzelnen Tieren aus gesundheitlichen Gründen in Frage: bei Tierpreisen ab € 500-800.- für ältere Wallache ist es ein wirklich aussergewöhnlich teurer Genuss.